Lohnt sich eine größere Vielfalt an Baumarten wirtschaftlich?

Auf der AGR-Mitgliederversammlung 2026 stellte Dr. Jasper Fuchs die Ergebnisse seiner Doktorarbeit vor. Darin untersucht er, inwiefern es für Waldbesitzende wirtschaftlich attraktiv ist, mehr verschiedene Baumarten auf einer Fläche anzubauen – vor allem vor dem Hintergrund von Klimawandel, Extremwetter und zunehmenden Waldschäden.

Untersucht wurden mehrere waldbauliche Strategien:

  • ein intensives Management von Borkenkäferschäden (Monitoring und Sanitätshieb),

  • die Anpassung der Umtriebszeiten (also wann Bäume geerntet werden),

  • sowie die Mischung verschiedener Baumarten in Gruppen oder Blöcken.

Als Annahme diente ein starkes Klimawandelszenario (RCP 8.5) und eher vorsichtig wirtschaftende Waldbesitzende.

Das wichtigste Ergebnis: Eine frühzeitige und gezielte Mischung verschiedener Baumarten begrenzt wirtschaftliche Risiken stärker als einzelne Maßnahmen allein. Besonders erfolgreich ist die Kombination aus Baumartenvielfalt, aktivem Borkenkäfermanagement und angepassten Umtriebszeiten. Entscheidend ist dabei, welche Baumarten gemischt werden und wie sich deren Holzerlöse in Zukunft entwickeln. Die Beimischung weiterer Nadelbaumarten wie der Douglasie kann die Erträge zusätzlich erhöhen. Unter günstigen Standortbedingungen ließen sich in Simulationen auf Bestandesebene so selbst bei starkem Klimawandel Ertrag und Risiko stabil halten.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Zeitpunkt des Holzverkaufs. Die Auswertung historischer Marktdaten zeigt: Bei der Fichte fallen die Preise nach großen Schadereignissen marktbedingt oft stark ab – teilweise noch bis zu drei Jahre danach. Das schmälert die Holzerlöse der Waldbesitzenden erheblich. Bei der Buche ist vor allem der Anteil an Schadholz entscheidend. Zwar sind die Buchenpreise insgesamt stabiler, liegen aber historisch meist deutlich unter denen der Fichte.

Zusätzlich steigt bei häufigeren Schäden die Bedeutung der Kosten für Neuanpflanzungen und Jungbestandspflege. Je öfter ein Bestand neu begründet werden muss, desto wirtschaftlicher wird es, mit natürlicher Verjüngung der vorhandenen Baumarten zu arbeiten – unabhängig davon, ob diese bereits klimaangepasst ist. Beispielsweise stößt die Mischung aus Fichte und Buche bei häufigen Extremwetterereignissen schnell an die Grenzen des wirtschaftlichen Ertrags, begrenzt jedoch die nötigen Investitionen unter Risiko, da sie weitverbreitet aus natürlicher Verjüngung entwickelt werden kann.

Förderprogramme können hier helfen, den Anbau besser klimaangepasster Baumarten attraktiver zu machen, insbesondere wenn zusätzlicher Schutz vor Wildverbiss nötig ist. In solchen Fällen erweisen sich die Kombination aus Douglasie und Buche oder Eichenbestände als wirtschaftlich attraktivere Wahl.

Die gesamte Dissertation von Dr. Jasper Fuchs finden Sie hier