Am 19. Mai wurde der Waldzustandsbericht für das gesamte Bundesgebiet durch Bundesminister Alois Rainer im Forstamt Berlin-Tegel vorgestellt. Über alle Baumarten hinweg hat sich die Lage im Vergleich zu den Jahren seit 2020 kaum verändert, im Vergleich zum Vorjahr sank der Anteil der stark geschädigten Bäume um ein Prozent. Zurückzuführen ist dies auf sich gegenseitig ausgleichende Entwicklungen zwischen den Baumartengruppen

Ein Beispiel hierfür sind Kiefer und Fichte. Der Zustand der Fichte wird im Vergleich zum Vorjahr als etwas besser eingestuft, der Anteil an Bäumen ohne Kronenverlichtung steigt um 4% auf 25%. Für die Kiefer war es hingegen ein schlechtes Jahr. Der Anteil der Bäume ohne Kronenverlichtung fällt um 7% und liegt nun bei 13%. Gleichzeitig steigt die Anzahl stark geschädigter Bäume um ebenfalls 7% auf 31%. Mit Blick auf verschiedene Waldzustandsberichte der Länder (ST,BB,RP) dürfte dies an zunehmendem Mistelbefall und einem besonders stark ausgeprägten Aufkommen der Waldgärtnerarten liegen. Das BMLEH selbst nennt im Unterschied zu den Berichten der Länder keine Gründe. Der Zustand der sonstigen Nadelbäume (u.A. Lärche, Douglasie und Tanne) hat sich kaum verändert.

Der Allgemeinzustand der Buche hat sich etwas gebessert. Aktuell fallen 21% der Bäume in die Kategorie ohne Kronenverlichtung, 41% haben eine leichte Verlichtung, die verbleibenden 38% sind stark verlichtet. Dies ist vermutlich auf eine verringerte Fruchtbildung zurückzuführen. Der Zustand der Eiche wird seit 2020 kontinuierlich schlechter, auch im vergangenen Jahr war keine Trendumkehr zu beobachten. Der Anteil der Bäume ohne Kronenverlichtung liegt nun wie bei der Kiefer auf 13%. Mit 51% haben über die Hälfte der Bäume deutliche Schäden. Das Schadensbild der Gruppe der weiteren Laubbaumarten verbesserte sich im letzten Jahr minimal.

Carsten Merforth, Präsident des Hauptverband der Holzindustrie: Der Waldzustandsbericht „Der Waldzustandsbericht macht deutlich, dass alle Baumarten im Wald weiterhin unter den Folgen des Klimawandels leiden. Besonders ältere Bestände weisen erhebliche Schäden auf und reagieren zunehmend empfindlich auf Trockenheit und Schädlingsbefall. Deshalb müssen wir dringend eine klimaangepasste Verjüngung unserer Wälder vorantreiben. Entscheidend ist dabei nicht die Frage „Laubbaum oder Nadelbaum“, sondern die richtige Mischung klimaangepasster Baumarten. Wir brauchen vielfältige Mischwälder mit einem Mindestanteil von 50 Prozent Nadelholz. Denn Nadelholz bleibt für den nachhaltigen Hausbau unverzichtbar und bildet damit einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz. Denn wenn wir das Holz aus dem Wald nicht nutzen, kann sich die positive Klimawirkung der Wälder auch nicht voll entfalten.“

Sowohl bei Eiche und Buche spielt das Alter der Bäume eine besonders große Rolle. Die Verlichtungsraten bei Bäumen über 60 Jahren sind im Vergleich zu Bäumen unter 60 Jahren etwa 3 bis 6 mal höher. Die hohen Schadanteile lassen sich daher auch durch den besonders hohen Anteil an alten Bäumen in diesen beiden Artengruppen erklären. Bei den Nadelbäumen sind beide Effekte ebenfalls zu beobachten.

Die gesamte Waldzustandserhebung finden Sie hier