Erneut 22 Millionen aus Steuergeldern für ein Ende der nachhaltigen Nutzung: AGR kritisiert Waldkauf des BUND
Die zum BUND Thüringen gehörende Naturstiftung David hat 770ha Wald in Thüringen gekauft mit dem Ziel das Waldgebiet stillzulegen. Der Kaufpreis: Rund 22 Millionen Euro. Zum Tag der Umwelt und einem Besuch des Bundesminister Carsten Schneider machte die Stiftung den Kauf nun öffentlich.
Finanziert wurde der Kauf in Thüringen laut MDR vollständig durch das Bundesumweltministerium mit Steuergeldern aus Mitteln für den Klimaschutz, also Steuergeldern in Höhe von 22 Millionen Euro. Vorangegangen war ein Rechtsstreit zwischen dem Eigentümer und Umweltbehörden, in dem es darum ging, ob bei der Holzernte gegen Umweltschutzauflagen verstoßen wurde, oder nicht. Der ehemalige Besitzer unterlag und entschloss sich jetzt zum Verkauf der Flächen. Die Stiftung David möchte auf den Flächen nun jegliche Holznutzung einstellen.
„Ein Klimaschutzprogramm, mit dem auf Kosten der Allgemeinheit den heimischen Unternehmen der wichtige Rohstoff Holz entzogen wird, ohne dass das am Ende dem Klima nützt, muss dringend grundlegend überarbeitet werden“, fordert der Sprecher der AGR Dr. Carsten Merforth.
Der Verkauf der „Hohen Schrecke“ ist nach dem Kauf von knapp 1.000 Hektar Wald in Sachsen-Anhalt durch den Nabu aus dem gleichen Programm für über 30 Millionen Euro schon der zweite prominente Fall innerhalb weniger Wochen.
Am Beispiel der Bewirtschaftung in der Hohen Schrecke zeigt sich exemplarisch die Widersprüchlichkeit unseres Systems: Der Staat fördert die Entwicklung von Laubholzprodukten, aber gleichzeitig auch das Ende der Waldbewirtschaftung im Laubwald und wer als Waldbesitzer Laubwälder besitzt, sieht sich inzwischen oft mit nationalen und regionalen Nutzungsauflagen konfrontiert, die oft im Widerspruch zu einer forstwissenschaftlich guten fachlichen Praxis stehen. Mit der anstehenden Umsetzung der Wiederherstellungsverordnung kommt die nächste Welle dazu diesmal aus der EU.
Die Klimaschutzeffekte sind bei dem Ende des Holzeinschlags ohnehin minimal: Zwar nehmen die Wälder zunächst weiter Kohlenstoff auf, diese Menge wird aber von Jahr zu Jahr geringer. Sobald die Waldentwicklungsphase des Zerfalls erreicht wird, wird er durch Verrottung wieder frei. Eine dauerhafte Speicherung von Kohlenstoff findet de facto nicht statt. Der Klimaschutz, für den die öffentlichen Gelder bereitgestellt werden, profitiert also langfristig gar nicht.
Zielführender wäre eine langfristige Speicherung von Kohlenstoff in langlebigen Holzprodukten und der Ersatz von fossilen Rohstoffen durch Holz. Zumindest aus der Hohen Schrecke wird dieses Holz in Zukunft nicht mehr kommen können. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass in der Thüringer Stadt Suhl ein neues Kompetenzzentrum für Holzbau entsteht, welches sich unter anderem mit innovativen Nutzungsmöglichkeiten für Laubholz auseinandersetzen soll, ist die weitere Stilllegung von Laubwaldgebieten ein völlig falsches Signal.
