Auslaufen des Waldklimafonds gefährdet Waldumbau

Auslaufen des Waldklimafonds gefährdet Waldumbau

Berlin, 12.02.2024: Aufgrund der Sparmaßnahmen im Bundeshaushalt hat die Förderung klimastabiler Wälder erhebliche Einschnitte erfahren: Die Entscheidung, den Waldklimafond (WKF) im Rahmen der Bereinigungssitzung vom 18.01.2024 zum Bundeshaushalt 2024 auslaufen zu lassen, stellt eine Gefährdung des langfristigen Klimaschutzes dar. Der Anlass der Streichung basierend auf dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 15.11.2023 zum zweiten Nachtragshaushaltsgesetz 2021 mag zwar rechtlich begründet sein, wirft jedoch die Frage auf, ob die Dringlichkeit des notwendigen Waldumbaus und der Waldforschung erkannt wurde. 

Die Einschränkungen, die mit dem Auslaufen des WKF einhergehen, setzen klare Grenzen für den zwingend erforderlichen Waldumbau hin zu klimastabilen Wäldern. Eines der zahlreichen Beispiele hierfür ist das nun auslaufende Forschungsprojekt „FraxForFuture – Gemeinsam für den Erhalt der Esche“, welches seit 2020 umfassende Daten zum Eschentriebsterben im Rahmen des Waldklimafonds lieferte. Aufgrund des Wegfalls von 30 bis 60 Prozent des Gesamtfördervolumens können die bereits gewonnen Erkenntnisse nicht genutzt werden. „Die Gesundheit des Waldes ist für unsere Gesellschaft unerlässlich. Es ist zwingend nötig, alternative Förderungen für klimaschutzbezogene Forschung im Wald zu finden.“ betont Dr. Carsten Merforth, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Rohholz (AGR) mit Blick auf mögliche langfristige Folgen der ersatzlosen Streichung des Waldklimafonds.

Neue Projektvorschläge können nicht mehr eingereicht und zusätzliche Fördermittel für bereits laufende Projekte nicht mehr bewilligt werden. „Dies birgt die Gefahr, dass wichtige Initiativen und Maßnahmen im Waldumbau ausbleiben und bereits getätigte Investitionen entwertet werden, wodurch die nachhaltige Versorgung der Gesellschaft mit dem klimafreundlichen Bau- und Rohstoff Holz gefährdet wird.“ mahnt Dr. Merforth.

Aus Sicht der AGR ist eine gesicherte Forschung ebenso entscheidend für die Bewältigung des Klimawandels, wie der aktive Waldumbau, weshalb es unerlässlich ist, dass die Waldforschung im Sinne des Klimaschutzes in Verantwortung des BMEL auch in Zukunft besteht.

Hintergrund: Seit dem Start des WKF im Jahr 2013 sind circa 440 Projekte mit einer Gesamtfördersumme von rund 157 Millionen Euro bewilligt worden. Die Förderung war Teil des Sondervermögens Energie- und Klimafonds und wurde auf der Grundlage eines Beschlusses des Deutschen Bundestages seit 2013 unter gemeinsamer Federführung des Bundeslandwirtschafts- (BMEL) und des Bundesumweltministeriums (BMUV) betrieben. Als förderfähig galt unter anderem die Anpassung der Wälder an den Klimawandel, die damit verbundene Forschung und die Erhöhung des Holzproduktspeichers sowie der CO2-Minderung und Substitution durch Holzprodukte.

 

Titel: Auslaufender Waldklimafond gefährdet Waldumbau

Dateityp: PDF
Dateigröße: 250 KB

Stellungnahme Koalitionsvertrag Hessen

Stellungnahme Koalitionsvertrag Hessen

Am 18.12.2023 wurde in Hessen der Koalitionsvertrag der beiden Regierungsparteien Christlich Demokratische Union Deutschlands und der Sozialdemokratische Partei Deutschlands für die kommende Legislaturperiode unterzeichnet. Es folgt eine Zusammenfassung der branchenrelevanten Aspekte sowie eine Kommentierung aus AGR-Sicht.

AGR-Fazit

Die Notwendigkeit der aktiven Waldbewirtschaftung zum Wohle des Waldumbaus und Walderhalts, sowie im Klimaschutz, hat die Regierungskoalition in Hessen offenbar verstanden. Der Koalitionsvertrag enthält einige wichtige Entscheidungen, die nun umgesetzt werden müssen. Gerade im Bereich der Holzverwendung im klimaschonenden Wohnen sollte der Fokus auf die Verwendung des klimafreundlichen Bau- und Rohstoffes Holz gesetzt werden. Wenn hier Konkretisierungen anstehen, bieten sich die Interessensvertreter der Holzverbände wie der Hauptverband der Holzindustrie (HDH) gerne als Gesprächspartner an. Den hessischen Koalitionsvertrag im Wortlaut finden Sie hier.

Titel: Stellungnahme zum Koalitionsvertrag in Hessen 2023

Dateityp: PDF
Dateigröße: 2 MB

AGR-Faktencheck zu WWF-Studie vorgestellt Debatte über nachhaltige Holznutzung am Kasseler Hessenkolleg

AGR-Faktencheck zu WWF-Studie vorgestellt Debatte über nachhaltige Holznutzung am Kasseler Hessenkolleg

Berlin, 11.12.2023: Die Arbeitsgemeinschaft Rohholz (AGR) geht verstärkt mit Fachinformationen an die Öffentlichkeit. Jüngstes Beispiel hierfür ist der aktualisierte AGR-Faktencheck der WWF-Studie „Alles aus Holz“, welcher am 20.11.2023 während einer Veranstaltung am Hessenkolleg in Kassel diskutiert wurde.

Das Diskussionsformat wurde durch eine TV-Aufzeichnung begleitet, die Ausstrahlung erfolgte letztes Wochenende auf dem „Offenen Kanal Kassel“. Zu Gast waren Dr. Susanne Winter vom WWF und Fee Brauwers von der Arbeitsgemeinschaft Rohholz (AGR) für den Hauptverband der Deutschen Holzindustrie e.V. (HDH). Als Grundlage für die Diskussion diente die aktualisierte AGR-Auswertung der WWF-Studie „Alles aus Holz“, welche auf der AGR-Webseite zum Download bereitsteht.

Wie im AGR-Faktencheck kritisiert, werden in der WWF-Studie an vielen Stellen die Ebenen lokale, nationale, europäische und globale Entwicklungen unzulässig nebeneinander gestellt und jeweils universelle Forderungen daraus abgeleitet. Etliche Aussagen der Studie lassen sich aufgrund des aus Sicht der AGR fehlerhaften Quellenverzeichnisses nicht nachprüfen bzw. nicht nachvollziehen. Die Studie zeigt der AGR zufolge Schwächen in der korrekten Bestimmung von Fachbegriffen. Das führt zu fehlerhaften Aussagen, gerade in Bezug auf die Beschaffenheit von Industrieholz und die Nutzung von Altholz oder Sägenebenprodukten. Diese werden aus Sicht der AGR nicht korrekt bilanziert, was die Aussagen fundamental verändert. Fee Brauwers ging unter anderem auf diese Punkte bei der Diskussion in Kassel ein.

Zuvor hatte Susanne Winter vom WWF in ihrem Eingangsstatement die WWF-Publikation „Alles aus Holz“ vorgestellt, um die „Grenzen der Nachhaltigkeit“ zu erklären. Die Nutzung liege weit über der „planetaren Nachhaltigkeit“ so Winter, weshalb der Hauptfokus auf der reduzierten Holznutzung liegen solle. Basierend auf den ganzheitlichen Möglichkeiten der Holznutzung antwortete Brauwers: „Bei einer Berechnung der nachgefragten und verwendeten Menge an Holz werden in der WWF-Publikation die Sekundärrohstoffe, wie Altholz und Altpapier, gänzlich missachtet, wodurch die Schlussfolgerung der nichtvorhandenen Nachhaltigkeit fehlerhaft ist“. Brauwers betonte in ihrem Statement, dass die nachhaltige und umweltschonende Forstwirtschaft der Gesellschaft den wichtigsten Roh- und Baustoff für eine klimafreundliche Transformation liefere.

Zusammen mit Schülerinnen und Schülern des Hessenkollegs wurde im Anschluss über den Wald und seine vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten debattiert. Die Diskussion drehte sich um Klimaneutralität und um die Vorteile des Holzbaus. Das Hessenkolleg Kassel ist eine Schule für Erwachsene in staatlicher Trägerschaft und bietet Erwachsenen an, höher qualifizierende Abschlüsse – speziell die Allgemeine Hochschulreife – zu erwerben.

Titel: AGR-Faktencheck der WWF-Studie

Dateityp: PDF
Dateigröße: 4 MB

Haushaltsstopp des Klima-Transformationsfonds gefährdet Zukunft des Waldumbaus

Haushaltsstopp des Klima-Transformationsfonds gefährdet Zukunft des Waldumbaus

Der Paukenschlag des Urteils des Bundesverfassungsgerichts vom 15. November 2023 wird auch im Wald noch zu hören sein.

Berlin, 30.11.23: Die Entscheidung war eindeutig: Die Finanzierung wesentlicher Teile der aktuellen und künftigen Bundeshaushalte durch eigentlich zweckgebundene, übriggebliebene Kreditermächtigungen aus vergangenen Haushaltsjahren verstößt gegen die im Grundgesetz angelegte Schuldenbremse. Insbesondere die im Klima-Transformationsfonds (KTF) verfügbaren Mittel sinken so um rund 60 Mrd. Euro.

Jener Transformationsfonds sollte in Zukunft eigentlich im Mittelpunkt auch der Waldförderung in Deutschland stehen: Namentlich das Programm „Klimaangepasstes Waldmanagement“, das Waldkapitel im „Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz“ (ANK) aber auch die für den Forst geplanten Mittel der „Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) sollten wesentlich ab 2024 aus dem Fonds bezahlt werden.

Mit dem Stopp aller Auszahlungen/Bewilligungen aus dem KTF steht nun auch die Zukunft der Finanzierung des Waldumbaus in der Schwebe. „Der klimagerechte Waldumbau ist eine gesamtgesellschaftliche Mammutaufgabe, die akut weiterverfolgt werden muss. Wenn wir den Wald insgesamt dauerhaft erhalten und der Gesellschaft weiterhin regionale klimafreundliche Holzprodukte bereitstellen wollen, darf der Waldumbau in der laufenden Haushaltsdebatte nicht von der Agenda verschwinden“, betont Dr. Carsten Merforth, Sprecher der AGR.

Andererseits gilt auch für den Wald, dass die notwendige finanzpolitische Konsolidierung der Mittel eine Chance ist, Wirkrichtung und Effizienz der (geplanten) Mittelverwendung der drei betroffenen Programme nochmal auf den Prüfstand zu stellen. „Die Priorität im Wald heißt Waldstabilisierung durch Waldumbau, also konkret, wo es notwendig ist, neue standortgerechte Baumarten einzuführen, die den Wald als Ganzes im Klimawandel stützen. Darüber hinaus müssen Waldbesitzende unmittelbar dort unterstützt werden, wo untragbare Kosten entstehen, etwa durch die Aufarbeitung von Kalamitätsschäden,“ empfiehlt Merforth.

In den aktuellen Programmen finden sich nach wie vor Maßnahmen zur Förderung von Biodiversität, die mit weitreichenden Flächenstilllegungen im Wald einhergehen. Das wiederum ist kontraproduktiv für die Waldanpassung an den Klimawandel und verhindert den Klimabeitrag heimischer Holznutzung sowie CO2-Bindung und – Kompensation.

Aus Sicht der AGR hat sich gerade die Mittelvergabe in der GAK bewährt und sollte mit Priorität auch 2024 erhalten bleiben. Im ANK Waldprogramm finden sich hingegen viele Förderideen, die dem Wald prinzipiell sogar schaden können. Bei knapper werdenden Mitteln sieht die AGR hier eine vorranginge Streichposition.

Holz rettet Klima

Holz rettet Klima

Berlin, 22.11.2023. Nur mit Holz und Holzprodukten kann eine klimafreundliche Zukunft gelingen, denn „Holz rettet Klima“. Mit dieser Botschaft hat die deutsche Holzwirtschaft in Berlin eine Initiative gestartet, die sich in der Öffentlichkeit für eine verstärkte Nutzung des nachhaltigen Rohstoffs einsetzt. 

„Holz rettet Klima“ ist eine gemeinsame Initiative von 15 Wirtschaftsverbänden unter dem Dach des Deutschen Holzwirtschaftsrates (DHWR). Die Branche repräsentiert insgesamt rund 70.000 Betriebe mit 650.000 Beschäftigten und was all diese Personen gemein haben ist, dass sie mit Ihrer Arbeit echten Klimaschutz betreiben. 

„Deutschland lebt und baut immer mehr mit Holz.
Von Brücken und Wohngebäuden bis zu Möbeln und Parkett muss Holz aber noch viel stärker zum Einsatz kommen, um Deutschlands Klimaziele zu erreichen, am besten bis 2030“

Erwin Tablieber, Präsident des DHWR

Die Kommunikations-Initiative „Holz rettet Klima“ wird vor allem in den Sozialen Medien vom #holzrettetklima begleitet. Auf der Website HOLZ-RETTET-KLIMA.DE sind neben weiteren Informationen auch Infografiken und der Film zur Initiative zu finden.

Bilderquelle: Holz rettet Klima/Ausserhofer

Machen Sie jetzt mit!

Stellungnahme zum Koalitionsvertrag Bayern

Stellungnahme zum Koalitionsvertrag Bayern

Am 27.10.2023 wurde in Bayern der Koalitionsvertrag der beiden Regierungsparteien Christlich Soziale Union und den Freien Wählern für die kommende Legislaturperiode unterzeichnet. Es folgt eine Zusammenfassung der branchenrelevanten Aspekte sowie eine Kommentierung aus AGR-Sicht.

Das Fazit aus AGR-Sicht:
Das notwendige Zusammenwirken von Waldbewirtschaftung, Holznutzung und Strukturvielfalt im Ländlichen Raum hat die Regierungskoalition in Bayern offenbar  verstanden. Der Koalitionsvertrag enthält einige wichtige Grundsatzaussagen, die es nun gilt mit Leben zu füllen. Gerade im Bereich der Holzverwendung im Zusammenspiel mit dem Bauordnungsrecht gibt es in Bayern noch Potenziale zu heben. Wenn hier Konkretisierungen anstehen, bieten sich die Interessensvertreter der Holzverbände wie der Hauptverband der Holzindustrie (HDH) gerne als Gesprächspartner an.

Den bayerischen Koalitionsvertrag im Wortlaut finden Sie hier.
Die gesamte Stellungnahme können Sie unten herunterladen.

Titel: Stellungnahme zum Koalitionsvertrag in Bayern 2023

Dateityp: PDF
Dateigröße: 2 MB