Drei Prioritäten für die Rohholzversorgung 2026

Drei Prioritäten für die Rohholzversorgung 2026

Berlin, 20.01.2026 – Die Arbeitsgemeinschaft Rohholz (AGR) fordert von der Politik klare Weichenstellungen zur Sicherung der Rohholzversorgung in Deutschland. Nach der Mitgliederversammlung in Berlin benannte AGR-Sprecher Dr. Carsten Merforth drei zentrale Handlungsfelder für das Jahr 2026: Holzmobilisierung, Kalamitätsmanagement und verlässliche klimapolitische Rahmenbedingungen.

Die AGR fordert Bund und Länder auf, ein gemeinsames Holzmobilisierungsprogramm aufzulegen. „Es ist genug Holz da, aber es steht vielfach in nicht hinreichend oder gar nicht bewirtschafteten Kleinprivatwäldern“, sagte Merforth. Studien wie die Bundeswaldinventur und die Holzprognosen der WEHAM Szenarien zeigen, dass vorhandene Potenziale ohne politische Impulse ungenutzt bleiben. „Ein einzelner Einschlag lohnt sich oft nicht, in der Summe sind es jedoch erhebliche Mengen, die den Weg auf den Markt nicht finden.“

Zugleich spricht sich die AGR für ein abgestimmtes Kalamitätsmanagement auf Bundesebene aus. Merforth erklärt: „Wir müssen endlich vorbereitet sein, wenn plötzlich wieder große Holzmengen anfallen, die nicht sofort vermarktet werden können. Ausnahmen von Transportgewichten müssen länderübergreifend schnell abgeglichen werden, Lagerplätze müssen vorbereitet und genehmigt sein, Frischeinschlag rechtzeitig gestoppt werden und vor allem muss dafür sofort Transparenz über den Schadanfall geschaffen werden.“

Mit Blick auf den LULUCF-Sektor warnt Merforth vor klimapolitischen Maßnahmen zulasten der Holznutzung. „Stilllegungen im Forst zur Erhöhung des Holzvorrats sind keine Lösung. Sie schwächen die Wertschöpfungsketten und schaden dem Klimaschutz insgesamt sogar, denn für den klimastabilen Waldumbau müssen Wälder aktiv bewirtschaftet werden.“

 

Waldzustandsbericht: Fichten sind nicht das Problem, sondern alte Bäume

Waldzustandsbericht: Fichten sind nicht das Problem, sondern alte Bäume

Die Ergebnisse der der Waldzustandserhebung 2024 des Bundeslandwirtschaftsministeriums kommentiert Dr. Carsten Merforth, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Rohholz im Hauptverband der Deutschen Holzindustrie, wie folgt:

„Der aktuelle Waldzustandsbericht zeigt, dass eine aktive Waldbewirtschaftung unerlässlich ist, um unsere Wälder an die Folgen des Klimawandels anzupassen. Es gibt mittlerweile weniger gesunde als kranke Bäume im Wald und eine Erholung nach den Trockenjahren ist nicht abzusehen. Die Daten belegen, dass nicht nur Nadelbäume anfällig für die Folgen des Klimawandels sind. Laubbäume weisen sogar noch durchweg höhere Kronenverlichtungen als Nadelbäume auf.“
Die Wälder zeigen zudem Anzeichen einer Überalterung. Die Daten des Waldzustandsberichtes belegen, dass alte Bäume im Vergleich zu jungen Bäumen deutlich häufiger und stärker geschädigt sind.
„Um unsere Wälder auch für kommende Generationen erhalten zu können, müssen wir unsere Wälder deshalb konsequent verjüngen und dringend zu Gunsten von Mischbeständen und klimastabilen Baumarten umbauen“, so Merforth weiter. „Diese Bestände sollten mindestens 50 Prozent Nadelholz enthalten. Denn nur mit einem ausreichenden Anteil an Nadelholz als wichtigstem Material für den nachhaltigen Hausbau, dem mit Abstand größtem stofflichen Holzverbraucher, kann sich die positive Klimawirkung der Wälder voll entfalten. Jeder Kubikmeter Holz enthält etwa 0,3 Tonnen Kohlenstoff, der in Produkten wie Holzhäusern oder Möbeln jahrzehntelang gebunden ist. Wenn Holz dabei energieintensive Materialien wie Zement oder Stahl ersetzt, werden Treibhausgasemissionen, die bei der Produktion dieser Materialien entstehen, in erheblichem Ausmaß eingespart und CO2 langfristig gebunden.“
Die aktuelle Waldzustandserhebung finden Sie hier

 

 

Aktion statt Reaktion: Management von Großschäden

Aktion statt Reaktion: Management von Großschäden

Am 23.01.2025 dürfen wir Sie in der Waldarena auf der Grünen Woche 2025 zu unserem Rohstoffmittag begrüßen! Mit Vertreterinnen und Vertretern aus Praxis und Wissenschaft möchten wir das Unplanbare planbar machen

„Aktion statt Reaktion: Management von Großschäden“
23.01.2025 // 14:30 bis 15:30 Uhr
Waldarena, Halle 27, Standnr. 210, Messe Berlin

Das Highlight der Veranstaltung ist der spannende Fachvortrag von Frau Dr. Katja Oehmichen (Thünen Institut) über

„Das Fernerkundungsbasierte Nationale Erfassungssystem Waldschäden:  Innovative

Erfassung und Überwachung mit Sentinel-2-Satellitendaten“

Portrait Frau Oehmichen

@thuenen-institut

Institut für Waldökosysteme

Leiterin Querschnittsgruppe Fernerkundung/ Wissenschaftliche Mitarbeiterin


Wir beschäftigen und mit den Fragen: Wie können wir die Branche auf Kalamitäten im Wald vorbereiten? Welche Maßnahmen müssen wir hierfür ergreifen? Und freuen uns auf Ihren Beitrag.

Als Mitglied des HDH e.V. und/oder der AGR besteht die Möglichkeit einer kostenlosen Eintrittskarte für die IGW25.

Melden Sie sich jetzt kostenlos an!

Einladung zur Grünen Woche am 23.01.2025 // Themennachmittag AGR
EU-Rat und Parlament einigen sich über Verschiebung der EUDR

EU-Rat und Parlament einigen sich über Verschiebung der EUDR

In der gestrigen Verhandlungsrunde des Trilogs zur EUDR einigten sich die Vertreter von Parlament und Rat auf eine Verschiebung der verbindlichen Anwendung der EUDR bis zum 30.12.2025. Diese zunächst informelle Einigung macht den Weg zur Verlängerung frei. 

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Parlamentsvertreter haben ihre Anträge zur inhaltlichen Änderung der Verordnung zurückgezogen
  • Durchsetzen konnte sich das Parlament beim Implementieren einer „Notbremse„, sofern die Online-Plattform IS zum 30.12.2025 noch nicht vollständig funktionieren oder die nationalen Risikobewertungen der weltweiten Entwaldungsrisiken nicht mindestens sechs Monate vor der verbindlichen Anwendung vorliegen.
  • Sowohl Rat als auch Parlament müssen den Kompromiss nun formell anerkennen.

 

Gruppenbild Prof. Eberl, Brauwers, Konrad, Dr. Sonnhoff, Prof. v.d. Wense