Sonder-Agrarministerkonferenz zu Wald und Holz

Sonder-Agrarministerkonferenz zu Wald und Holz

Am 16. Mai fand eine digitale Sonder-Agrarministerkonferenz mit den Schwerpunkten Wald und Holz statt. Ausrichter war das Landwirtschaftsministerium Sachsen-Anhalt. Thematisiert wurden hier u.a. die Behandlung des Waldes im Klimawandel, eingeschlossen der Waldumbau und die künftige Bewältigung von Extremwetterereignissen sowie der Erhalt der Waldfunktionen wie Biodiversität und Holzbereitstellung.

Für die Umsetzung dieser Mammutaufgabe bedarf es allem voran die finanziellen Mittel sowie einem entsprechenden Maßnahmenplan.

Erstere sind im Haushalt für 2022 bereits eingeplant: 200 Mio. Euro sollen demnach für den Wald bereitgestellt werden. Wie der Bund die Mittel verteilen will, wurde auf der Konferenz jedoch nicht deutlich. Laut Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) seien die entsprechenden Förderrichtlinien noch in Abstimmung mit dem Bundesumweltministerium.

Kritik gab es dafür vonseiten der Waldbesitzer. Konkrete Maßnahmen seien die Voraussetzung für die Bewältigung der gesamtgesellschaftlichen Aufgabe der künftigen Anpassung der Wälder. Dazu gehöre vor allem die Unterstützung der Erzeuger, in diesem Fall der Waldbäuerinnen und Waldbauern.

Geplant sei laut Özdemir zudem die Novellierung des Bundeswaldgesetzes und des Forstschädenausgleichsgesetzes, um künftig besser auf Extremwetterereignisse reagieren zu können, sowie eine Holzbauinitiative. Die AGR begrüßt die Bestrebungen, sieht jedoch auch in rahmenbildenden Vorgaben zur Wald- und Holznutzung wie dem Klimaschutzgesetz Optimierungspotenziale.

Wichtige Impulse gaben aus Sicht der AGR diesbezüglich auch die Landesminister Peter Hauk (CDU, Baden-Württemberg) und Dr. Till Backhaus (SPD, Mecklenburg-Vorpommern). Die Minister verwiesen u.a. auf die besondere Bedeutung der Waldbewirtschaftung und Holznutzung im Kampf gegen den Klimawandel durch die langfristige Speicherung von Kohlenstoff in Holzprodukten. Die von Naturschutzseiten geforderte deutliche Einschränkung der Forstwirtschaft lehnten die Minister genauso ab wie die pauschale Stilllegung von Waldflächen und erhielten dafür im Nachgang großen Zuspruch aus der Branche.

UN-Bericht zu Landschaftsbränden weltweit gibt Grund zur Sorge

UN-Bericht zu Landschaftsbränden weltweit gibt Grund zur Sorge

Mitte Februar veröffentlichte das UN-Umweltprogramm (Unep) einen Bericht über die Entwicklung von Landschaftsfeuern weltweit. Darin enthalten sind auch Waldbrände.

Viel Feuer, wenig Fläche aber großer Schaden

Laut der Studie des UN-Umweltprogramms (Unep)*, wird bis 2030 weltweit von einem Anstieg der Waldbrände um 14 % ausgegangen. Bis Ende des Jahrhunderts sollen es bis zu 50 % sein. Die Klimaerwärmung spiele dem Feuer dabei in die Hand. Häufiger auftretende extreme Hitze- und Dürreperioden sorgen demnach für günstige Waldbrandbedingungen. Für Deutschland spricht das Umweltbundesamt von 1.360 Waldbränden im Jahr 2020. Das langjährige Mittel von 1.035 Waldbränden (1993-2019) wurde damit um knapp ein Drittel überschritten.

Die Ausmaße der betroffenen Flächen lassen jedoch Hoffnung schöpfen. Während diese im Jahresmittel bei 656 Hektar lagen, sind im Jahr 2020 „nur“ rund 368 Hektar durch Waldbrände zerstört worden. Dies wird vor allem einer schnellen Reaktionszeit und effizienten Löschmaßnahmen zugeschrieben. Obgleich also die Fläche der geschädigten Bestände sinkt, steigt die Frequenz der auftretenden Brände. Der wirtschaftliche Schaden hingegen wächst: Mit einem Wertverlust von in etwa 2,19 Millionen Euro im Jahr 2020, lag der Wert rund ein Drittel über dem langjährigen Mittelwert (1,38 Mio. Euro/ Jahr; 1993-2019).

 

Vorsicht ist besser als Nachsicht

Die Chefin der Unep Inger Andersen, rät zur Prävention. Weltweit werde laut UN-Bericht zu wenig getan, um verheerende Waldbrände verhindern zu können. Konkret könne etwa das „Entfernen abgestorbener Pflanzen“ helfen. Aus Sicht der AG Rohholz ist insbesondere die Räumung von Flächen nach extremen Schadereignissen, etwa nach Schäden durch Stürme, eine wichtige Maßnahme zur Vorbeugung von Waldbränden. Schadholz, das im Wald verbleibt, trocknet aus und stellt eine hervorragende Brandlast dar. Darüber hinaus vermehren sich schädliche Insekten wie der Borkenkäfer besonders gut auf geschädigten Flächen und können bei großer Zahl auch eine Gefahr für benachbarte gesunde Waldbestände darstellen. Insgesamt wurde im Jahr 2021 weltweit durch Waldbrände die doppelte Menge CO2 des jährlichen Ausstoßes von Deutschland freigesetzt.

 

Quellen: https://www.umweltbundesamt.de/daten/land-forstwirtschaft/waldbraende#waldbrande-in-deutschland

https://www.tagesschau.de/ausland/un-waldbrandgefahr-101.html 

https://www.spiegel.de/wissenschaft/klimakrise-waldbraende-setzen-rekordmenge-an-kohlendioxid-frei-a-36b7631b-7733-4510-b5bd-7602310338f4

 

Wissenschaftlicher Beirat spricht Empfehlung für Holznutzung aus

Wissenschaftlicher Beirat spricht Empfehlung für Holznutzung aus

Am 8. Februar stellte der Wissenschaftliche Beirat für Waldpolitik (WBW) sein Gutachten zur Anpassung von Wäldern und Waldwirtschaft an den Klimawandel vor. Ziel ist es, den Wald zu erhalten und die Folgen des Klimawandels auf den Wald zu mindern. Wie dies gelingen kann, dafür hat der Wissenschaftliche Beirat im Rahmen seines Gutachtens nun konkrete Vorschläge vorgelegt.

In Ihrer Begrüßung verwies die neue Staatssekretärin im Bundeslandwirtschaftsministerium, Silvia Bender, auf den notwendigen Spagat zwischen der Bewirtschaftung der Wälder und der Bereitstellung des nachwachsenden Rohstoffs Holz. Sie bekräftigte das Ziel, im Sinne der Nationalen Biodiversitätsstrategie 10 % der öffentlichen Wälder aus der Nutzung zu nehmen, um die Artenvielfalt zu stärken und die natürliche Waldentwicklung im Klimawandel zu beobachten. Sie verwies weiter auf die besondere Verantwortung Deutschlands zum Schutz der Buchenwälder; ältere und naturnahe Buchenwälder im Besitz des Bundes sollen deshalb ebenfalls aus der Nutzung genommen werden.

Aus Sicht der AG Rohholz sind Nutzungsverbote im Wald kein Beitrag zum Klimaschutz, sondern vermindern vielmehr das Potenzial der Nutzung klimaschonender Holzprodukte. Integrativer Naturschutz hingegen fördert die Biodiversität, ohne dass Einschränkungen bei der Rohstoffbereitstellung die Folge sind.

Empfehlungen zur Holznutzung und Verwendung

Um klimaschädlichen Kohlenstoff in nennenswertem Umfang außerhalb des Waldes zu speichern, sieht der Wissenschaftliche Beirat für Waldpolitik den Holzbau als bisher einzige in der Anwendung ausgereifte Methode. Deshalb sei es das primäre Ziel, Holz möglichst langfristig stofflich zu nutzen, bevor es letztlich thermisch verwertet wird.

Um die Holzverwendung in Deutschland also weiter stärken zu können, empfiehlt der Beirat ein Fördersystem, welches Anreize zur nachhaltigen Nutzung schaffen soll. Als Beispiele nannte der Beirat ein CO2-Bonus für die Kohlenstoffspeicherung im Holzbau sowie die Förderung recyclingfähiger Holzkonstruktionen.

Um diese Ziele langfristig umsetzten zu können, nennt der Beirat den risikoarmen Anbau klimaangepasster Nadelholzbaumarten, neue Verwendungsoptionen für Alternativbaumarten, die stoffliche Nutzung von Laubholz und Kalamitätsholz sowie die Generierung von Gebraucht- und Altholz zur Rohstoffgewinnung als wichtige Maßnahmen zur Anpassung der Wertschöpfungsketten an ein volatiles Holzangebot.

Weitere Themen des Gutachtens waren u.a. die Honorierung eines resilienten und anpassungsfähigen Waldzustandes unter der Voraussetzung der Bereitstellung von Ökosystemdienstleistungen durch regelmäßige Zahlungen an Waldbesitzer, sowie die Förderung der Biodiversität durch die Vermeidung von Waldfragmentierungen.

Den vollständigen Bericht des wissenschaftlichen Beirates finden Sie hier.

Die Vorstellung des Berichtes kann auf Youtube nachgesehen werden.

Quelle: https://www.fnr.de/presse/pressemitteilungen/aktuelle-mitteilungen/aktuelle-nachricht/wald-der-zukunft-wissenschaftlicher-beirat-stellt-kernthesen-seines-gutachtens-vor

Deutscher Holzkongress 2022 am 29. und 30. Juni in Berlin

Deutscher Holzkongress 2022 am 29. und 30. Juni in Berlin

Am 29. und 30. Juni 2022 veranstaltet der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e.V. (DeSH) zum zweiten Mal den Deutschen Holzkongress.

In diesem Jahr wird der Deutsche Holzkongress in den Bolle Festsälen in Berlin stattfinden und anlässlich des 125-jährigen Jubiläums der Interessenvertretung für die Säge- und Holzindustrie in Deutschland den nachhaltigen Rohstoff in seiner Bedeutung von den Anfängen bis heute beleuchten.

Bei der Veranstaltung werden mit Prof. Dr. Hans Joachim Schellnhuber vom Potsdam Institut für KlimafolgenforschungProf. Marcel Fratzscher vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung und Wolfgang Bosbach, dem ehemaligen stellvertretenden Vorsitzenden der CDU/CSU Bundestagsfraktion, drei prominente Redner mit spannenden Beiträgen Altes neu beleuchten, neue Sichtweisen auf künftige Entwicklungen präsentieren und so neue Gedanken zu verschiedenen Themenfeldern liefern.

Die Branche ist im Aufbruch. Der Klimawandel und seine Folgen bergen aktuell und auch in Zukunft vor große Herausforderungen. Dazu kommen mit dem Krieg in Osteuropa und der seit mehr als zwei Jahren andauernden Corona-Pandemie zwei der größten Krisen der neueren Zeit. Die Geschlossenheit der Branche ist eine der wichtigsten Voraussetzungen, um die zukünftigen Aufgaben zu bewältigen und die Unternehmen sicher in die Zukunft zu führen. Der Deutsche Holzkongress 2022 bietet dafür eine hervorragende Gelegenheit.

Aktuelle Informationen sowie die Anmeldemöglichkeit finden Sie auf www.holzkongress.de (Vergünstigungen für Mitglieder und Partnerverbände)

Auf Wiedersehen in Berlin!

COP26: Schwerpunkt Wald

Am 12. November endet die 26. UN-Klimakonferenz (COP26) in Glasgow (Schottland). 2 Wochen lang verhandelten 197 Nationen über die Maßnahmen zur Umsetzung der Klimaschutzziele von Paris aus dem Jahr 2015. Das Abkommen verfolgt u.a. das Ziel, die Erderwärmung im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter auf deutlich unter zwei Grad Celsius zu beschränken.

Neben Kohleausstieg und Verbrenner-Stopp spielen die Wälder der Erde eine entscheidende Rolle und gelten als Hoffnungsträger auf der Konferenz. Mehr als 100 Staaten, darunter die waldreichsten Länder der Erde Russland, Brasilien, Kanada, China, die Demokratische Republik Kongo, Indonesien, Kolumbien, sowie die gesamte EU, verpflichteten sich nun, die Zerstörung von Waldgebieten bis 2030 gänzlich zu stoppen. Gemeinsam kommen die teilnehmenden Länder auf 34 Millionen Quadratkilometer Waldfläche und somit 85 % der weltweiten Bestände.

Die Wälder der Welt können jährlich etwa ein Drittel der vom Menschen ausgestoßenen CO2-Emissionen aufnehmen. Durch Viehzucht, Ackerbau und Bebauung gehen Schätzungen zur Folge jede Minute etwa 27 Fußballfelder Wald verloren.

Bereits im Rahmen des UN-Klimatreffens in New York im Jahr 2014 kündigten die damaligen Teilnehmer an, die Entwaldung bis zum Jahr 2020 zu halbieren und bis 2030 zu stoppen. An der Umsetzung fehlte es, wie am aktuell in den Medien stark kritisierten Umgang Brasiliens mit dem Amazonas-Regenwald zu sehen, bis heute weitestgehend.

Um den weltweiten Rückgang der Wälder aufzuhalten, stehen bisher rund 12 Milliarden US-Dollar (ca. 10,3 Milliarden Euro) an öffentlichen Geldern, sowie rund 7,2 Milliarden US-Dollar durch private Investitionen bereit, erkläre die britische Regierung, die den Vorsitz der COP26 innehat.

Naturschutzorganisationen kritisieren vor allem die Zeitspanne von 10 Jahren zur Umsetzung von Maßnahmen: man gebe grünes Licht für „ein weiteres Jahrzehnt der Entwaldung“, heißt es. Auch die Forstwirtschaft mahnt: die Erderwärmung müsse gebremst werden, andernfalls reiche die Zeit nicht, um die Wälder an die neuen klimatischen Gegebenheiten anzupassen.

Ein Schlüsselelement im Kampf gegen die Erderwärmung bleibt die nachhaltige Holzverwendung, denn sie leistet einen beispiellosen Beitrag zum Klimaschutz. Holzprodukte speichern Kohlenstoff aus der Atmosphäre über ihre gesamte Nutzungsdauer und können zudem energieintensivere Materialien wie Stahl und Beton ersetzen. Durch diesen Vorgang der Substitution und der Kohlenstoff Speicherleistung des Waldes wird die Atmosphäre jährlich um ca. 127 Millionen Tonnen Kohlenstoffdioxid und damit um rund 14 % der gesamten CO2-Emissionen Deutschlands entlastet. Dadurch, dass bei der Verbrennung von Holz nur die Menge an Kohlenstoffdioxid freigesetzt wird, die zuvor auch im Holz gespeichert wurde, ist der nachwachsende Rohstoff außerdem ein CO2 neutraler Energieträger.

Quelle: https://www.tagesschau.de/ausland/europa/glasgow-klimakonferenz-cop26-101.html