9. Landeswaldgipfel Baden-Württemberg

9. Landeswaldgipfel Baden-Württemberg

9. Landeswaldgipfel Baden-Württemberg: Holznutzung statt Stilllegungen in BW

Am 30.01. veranstaltete der Landeswaldverband Baden-Württemberg den 9. Waldgipfel des Landes. Nach einer Eröffnungsrede durch Minister Hauck fand eine Podiumsdiskussion statt, in welcher die forstpolitischen Sprecher der Parteien Bündnis 90/Die Grünen, CDU, SPD und FDP vertreten waren.

Direkt zu Beginn der Veranstaltung erteilte Minister Hauck mit den Worten „Prozessschutz ist ein Thema von gestern“ eine klare Absage an weitere Stilllegungsprojekte in Baden-Württemberg. Mit der Erweiterung des Nationalparks habe er Frieden schließen können, weitere Fichtennationalparke in Deutschland seien aber sinnlos, es gäbe hier keinen weiteren Erkenntnisgewinn, so Hauck. Außerdem forderte er, auch angesichts der aktuellen Versorgungsengpässe, einen Abbau der Fichten- und Tannenbestände. Dies hilft der Verjüngung der Wälder und ist für die Holznutzung in einer klimabewussten Gesellschaft von entscheidender Bedeutung. Mit Blick auf die Zukunft plädiert Hauck für die Umsetzung von kostengünstigen Wasserrückhaltemaßnahmen sowie den Abbau von Bürokratie. Das Waldportal Baden-Württemberg soll dabei eine Schlüsselrolle spielen. Des weiteren solle die Fernerkundung mit Satelliten und Drohnen ausgebaut werden.

Im Anschluss folgte eine Podiumsdiskussion mit den forstpolitischen Sprechern der Parteien Bündnis 90/Die Grünen, CDU, SPD und FDP. Dabei sprachen sich alle Parteien für die Holznutzung aus, waren sich jedoch nicht einig, wie dies geschehen soll. Klaus Hoher (FDP) und Sarah Schweizer (CDU) sprachen sich für eine Kombination von KI und Eigeninitiative seitens des Kleinprivatwaldes aus, Jan Peter Röderer (SPD) warb für eine Kombination aus Eigeninitiative und Personal. Reinhold Pix (Die Grünen) plädierte als einziger für mehr Betreuung des Kleinprivatwaldes in Kombination mit mehr Personal. Außerdem solle sich der Kleinprivatwald in Genossenschaften o.ä. zusammenschließen, um die Bewirtschaftung der Wälder zu vereinfachen. Auch soll der Waldumbau durch Förderung attraktiv gestaltet werden. Die FDP plädiert stattdessen dafür, dass der Kleinprivatwald seine Flächen verkaufen solle und auf die Verkäufe unabhängig vom Käufer keine Steuern erhoben werden.

Beim Thema Kommunikation lehnt die FDP das Hinterfragen der Art der Waldbewirtschaftung seitens der Gesellschaft ab und forderte härtere Strafen für die Missachtung von Sperrungen bei Holzernten und für die Bildung von Bürgerinitiativen. Die drei anderen anwesenden Parteien setzen stattdessen auf Kommunikation mit dem Bürger, insbesondere Grüne und SPD sprechen sich dafür aus Bürgerdialog und Waldpädagogik weiter auszubauen. Beim Thema Waldmanagement sprachen sich alle anwesenden Parteien dafür aus, die Wälder weiterhin zu nutzen und den Waldumbau aus dem Holzeinschlag zu finanzieren. Um die Nachfrage nach Holz anzukurbeln, wurde seitens SPD und Grünen die Förderung des Holzbaus bei öffentlichen Bauprojekten empfohlen

Uneinigkeit herrschte auch beim Thema Personal: In Baden-Württemberg wird etwa 50% des Forstpersonals in den nächsten 10 Jahren in Rente bzw. Pension gehen. Konsens gab es noch bei dem Thema, dass es angesichts der finanziellen Lage schwierig werden wird, alle Stellen neu zu besetzen. Wie es aber für den Forstsektor, der schon jetzt personell knapp aufgestellt ist, weiter gehen soll blieb ungewiss. Auf die Frage, welche Aufgaben angesichts der Steigerung von Waldpädagogik und Kommunikation bei sinkendem Personal nicht mehr erfüllt werden sollen, wollte keine der Parteien antworten. Auch zur finanziellen Situation der FVA, welche mangels dauerhafter Stellen unter einer hohen Fluktuation und Wissensverlust leidet, wurden keine Lösungen eingebracht. Lediglich die Grünen setzten sich für mehr Personal und die strukturelle Sicherung von finanziellen Mitteln im Forstsektor ein.

Über den gesamten Verlauf der Diskussion herrschte bei Fragen zu Bewirtschaftung, Holznutzung und -verwendung zwischen den Parteien meist Einigkeit. Lediglich bei den Themen Personal und Finanzierung gab es Diskussionsbedarf, wobei Grüne und SPD für mehr Personal offener waren als CDU und FDP, welche insbesondere bei Förderungsangelegenheiten stattdessen auf KI setzen wollen.

Agora Zukunftsstudie: Wie geht es weiter für Forst- und Holzbranche?

Agora Zukunftsstudie: Wie geht es weiter für Forst- und Holzbranche?

Agora Zukunftsstudie: Wie geht es weiter für Forst- und Holzbranche?

Der Thinktank Agora-Agrar hat eine Studie zur Zukunft des Landnutzungs- und Ernährungssektors in Deutschland veröffentlicht. In dieser Studie geht es auch um die Frage, wie Wälder und Holz in Zukunft genutzt werden soll. Viele in der Studie gezeigten Ansätze wie Lebenszyklus-Grenzwerte, Holzbauquoten und Ausbau der Kaskadennutzung sind wegweisend, die waldpolitischen Ansätze sind jedoch teilweise kritisch zu hinterfragen.

Die waldpolitische Strategie der Studie teilt sich in drei Bausteine auf: Die Anpassung der Wälder an den Klimawandel, eine künstliche „Ernteverzögerung“ in stabilen Beständen und eine verstärkte Aufforstung. Sowohl der Waldumbau als auch eine verstärkte Aufforstung sind in jedem Fall zu begrüßen und werden dazu beitragen, Kohlenstoff aus der Atmosphäre zu binden und langfristig in Holz und im weiteren Verlauf in Holzprodukten zu speichern. Die Ernteverzögerung in stabilen Beständen ist jedoch kritisch, da sie die CO2-Senkenleistung der stabilen Wälder reduziert: Zwar ist in einem älteren Wald in Summe mehr Kohlenstoff gebunden als in einem jüngeren, dies erkauft man aber durch eine niedrigere jährliche CO2-Bindungsleistung, die bei Bäumen im Alter abnimmt. Über die reine Menge an Bäumen pro ha lagern junge Wälder so deutlich mehr CO2 pro ha und Jahr ein. In stabilen Beständen die Holzernte zu verzögern, führt daher zu einer reduzierten CO2-Senkenleistung und damit zu einem Verlust von Teilen der Klimaschutzwirkung dieser Wälder. Gleichzeitig sind alte Bäume, wie die Waldzustandsberichte der Länder aus den letzten Jahren zeigen, deutlich anfälliger gegenüber dem Klimawandel, was sich in einem schlechteren Vitalitätszustand des Kollektivs zeigt. Dies geht auch mit Einschränkungen in der Holzverwendbarkeit einher. Die Verzögerung der Holzernte ist daher sowohl im Sinne des Klimaschutzes als auch im Sinne einer möglichst langfristigen Holzverwendung kontraproduktiv.

Erreicht werden sollen die politischen Ziele über Förderung im Privat- und Körperschaftswald. Für den Waldumbau werden Förderungen für die Verkürzung der Umtriebszeit in instabilen Beständen bei gleichzeitiger Verbesserung der forstlichen Standortinformationssysteme empfohlen. Für letzteres wäre zusätzlich zu empfehlen, die in Westdeutschland noch vorhandenen Lücken in der Standortskartierung der Wälder zu schließen. Um den Waldumbau bis 2045 abzuschließen, müssten etwa 120.000ha Wald im Jahr umgebaut werden. Die Förderungen dazu sollen aus den Fördertöpfen GAK und ANK kommen.

Für den Klimaschutz in jedem Fall förderlich sind die für die nachgelagerte Holzverwendungskette vorgeschlagenen Maßnahmen: So schlägt die Studie verpflichtende Holzbauquoten für öffentliche Gebäude und verpflichtende Grenzwerte für den Treibhausgasausstoß von Gebäuden aller Art vor. Dieser Ausstoß bezieht sich dabei auf den Lebenszyklus eines Gebäudes, also auch den Bau. Auch Bonusmodelle für Kohlenstoffspeicherung werden als Möglichkeit diskutiert. Diese sind prinzipiell technologieoffen, könnten aber, sofern die Nachweispflicht unbürokratisch ausgestaltet wird, eine erhöhte Nachfrage nach Holz im Bau auslösen.

Da innerhalb der Studie einerseits mehr Klimaschutzwirkung durch Holznutzung erzielt werden, andererseits der Holzeinschlag nicht weiter erhöht werden soll, muss die verfügbare Menge an Rohholz effizienter genutzt werden. Dies hat zur Folge, dass die Kaskadennutzung ausgebaut und die Verwendung von Sortimenten angepasst werden soll. Insbesondere wird die stoffliche Verwendung von Laubhölzern ansteigen. Gleichzeitig geht die Studie von einem Rückgang der energetischen Nutzung von Holz aus. Auch kompensiert werden soll die künstliche Einschränkung des Holzeinschlags durch eine deutliche Steigerung von Agroforstsystemen und Kurzumtriebsplantagen.

Fazit:

Bilanztechnisch geht die Rechnung der Agora-Studie zwar am Ende auf, aber wie realistisch der Weg dahin ist, muss schon kritisch hinterfragt werden. Der Gesamtansatz ist sehr komplex, ja fast nur mit planwirtschaftlichen Mitteln zu erreichen. Aber nur, wenn alle Faktoren so mitspielen wie geplant, geht die Gesamtrechnung für die Klimabilanz auf. Werden konkret einzelne Anreize geschaffen etwa zur Einschlagsreduktion, aber gleichzeitig beispielsweise beim Thema KUP keine Fortschritte erzielt, steuert man schnell in eine künstliche Rohstoffverknappung hinein.

Insgesamt müssen aus Sicht der AGR die LULUCF Sektorziele infrage gestellt werden. Maßnahmen sollten vor allem darauf abzielen, die Waldökosysteme zu stabilisieren und die Einsparmaßnahmen dafür in anderen Sektoren zu intensivieren, um die ursprünglich eingeplanten LULUCF Mindereinsparungen zu kompensieren.

Weil die vorliegende Studie sich mit allen Formen der Landnutzung beschäftigt, wurde noch für 2026 seitens Agora eine weitere, explizit auf Wälder zugeschnittene Studie angekündigt. Ob diese sich in ihren Kernaussagen von der aktuellen Studie unterscheidet, bleibt abzuwarten. Die hier analysierte Studie finden Sie unter: https://www.agora-agrar.de/publikationen/die-zukunft-von-landnutzung-und-ernaehrung-in-deutschland

Lohnt sich eine größere Baumartenvielfalt wirtschaftlich?

Lohnt sich eine größere Baumartenvielfalt wirtschaftlich?

Lohnt sich eine größere Vielfalt an Baumarten wirtschaftlich?

Auf der AGR-Mitgliederversammlung 2026 stellte Dr. Jasper Fuchs die Ergebnisse seiner Doktorarbeit vor. Darin untersucht er, inwiefern es für Waldbesitzende wirtschaftlich attraktiv ist, mehr verschiedene Baumarten auf einer Fläche anzubauen – vor allem vor dem Hintergrund von Klimawandel, Extremwetter und zunehmenden Waldschäden.

Untersucht wurden mehrere waldbauliche Strategien:

  • ein intensives Management von Borkenkäferschäden (Monitoring und Sanitätshieb),

  • die Anpassung der Umtriebszeiten (also wann Bäume geerntet werden),

  • sowie die Mischung verschiedener Baumarten in Gruppen oder Blöcken.

Als Annahme diente ein starkes Klimawandelszenario (RCP 8.5) und eher vorsichtig wirtschaftende Waldbesitzende.

Das wichtigste Ergebnis: Eine frühzeitige und gezielte Mischung verschiedener Baumarten begrenzt wirtschaftliche Risiken stärker als einzelne Maßnahmen allein. Besonders erfolgreich ist die Kombination aus Baumartenvielfalt, aktivem Borkenkäfermanagement und angepassten Umtriebszeiten. Entscheidend ist dabei, welche Baumarten gemischt werden und wie sich deren Holzerlöse in Zukunft entwickeln. Die Beimischung weiterer Nadelbaumarten wie der Douglasie kann die Erträge zusätzlich erhöhen. Unter günstigen Standortbedingungen ließen sich in Simulationen auf Bestandesebene so selbst bei starkem Klimawandel Ertrag und Risiko stabil halten.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Zeitpunkt des Holzverkaufs. Die Auswertung historischer Marktdaten zeigt: Bei der Fichte fallen die Preise nach großen Schadereignissen marktbedingt oft stark ab – teilweise noch bis zu drei Jahre danach. Das schmälert die Holzerlöse der Waldbesitzenden erheblich. Bei der Buche ist vor allem der Anteil an Schadholz entscheidend. Zwar sind die Buchenpreise insgesamt stabiler, liegen aber historisch meist deutlich unter denen der Fichte.

Zusätzlich steigt bei häufigeren Schäden die Bedeutung der Kosten für Neuanpflanzungen und Jungbestandspflege. Je öfter ein Bestand neu begründet werden muss, desto wirtschaftlicher wird es, mit natürlicher Verjüngung der vorhandenen Baumarten zu arbeiten – unabhängig davon, ob diese bereits klimaangepasst ist. Beispielsweise stößt die Mischung aus Fichte und Buche bei häufigen Extremwetterereignissen schnell an die Grenzen des wirtschaftlichen Ertrags, begrenzt jedoch die nötigen Investitionen unter Risiko, da sie weitverbreitet aus natürlicher Verjüngung entwickelt werden kann.

Förderprogramme können hier helfen, den Anbau besser klimaangepasster Baumarten attraktiver zu machen, insbesondere wenn zusätzlicher Schutz vor Wildverbiss nötig ist. In solchen Fällen erweisen sich die Kombination aus Douglasie und Buche oder Eichenbestände als wirtschaftlich attraktivere Wahl.

Die gesamte Dissertation von Dr. Jasper Fuchs finden Sie hier

Drei Prioritäten für die Rohholzversorgung 2026

Drei Prioritäten für die Rohholzversorgung 2026

Berlin, 20.01.2026 – Die Arbeitsgemeinschaft Rohholz (AGR) fordert von der Politik klare Weichenstellungen zur Sicherung der Rohholzversorgung in Deutschland. Nach der Mitgliederversammlung in Berlin benannte AGR-Sprecher Dr. Carsten Merforth drei zentrale Handlungsfelder für das Jahr 2026: Holzmobilisierung, Kalamitätsmanagement und verlässliche klimapolitische Rahmenbedingungen.

Die AGR fordert Bund und Länder auf, ein gemeinsames Holzmobilisierungsprogramm aufzulegen. „Es ist genug Holz da, aber es steht vielfach in nicht hinreichend oder gar nicht bewirtschafteten Kleinprivatwäldern“, sagte Merforth. Studien wie die Bundeswaldinventur und die Holzprognosen der WEHAM Szenarien zeigen, dass vorhandene Potenziale ohne politische Impulse ungenutzt bleiben. „Ein einzelner Einschlag lohnt sich oft nicht, in der Summe sind es jedoch erhebliche Mengen, die den Weg auf den Markt nicht finden.“

Zugleich spricht sich die AGR für ein abgestimmtes Kalamitätsmanagement auf Bundesebene aus. Merforth erklärt: „Wir müssen endlich vorbereitet sein, wenn plötzlich wieder große Holzmengen anfallen, die nicht sofort vermarktet werden können. Ausnahmen von Transportgewichten müssen länderübergreifend schnell abgeglichen werden, Lagerplätze müssen vorbereitet und genehmigt sein, Frischeinschlag rechtzeitig gestoppt werden und vor allem muss dafür sofort Transparenz über den Schadanfall geschaffen werden.“

Mit Blick auf den LULUCF-Sektor warnt Merforth vor klimapolitischen Maßnahmen zulasten der Holznutzung. „Stilllegungen im Forst zur Erhöhung des Holzvorrats sind keine Lösung. Sie schwächen die Wertschöpfungsketten und schaden dem Klimaschutz insgesamt sogar, denn für den klimastabilen Waldumbau müssen Wälder aktiv bewirtschaftet werden.“

 

Merforth kritisiert Steuergeldverschwendung durch NABU

Merforth kritisiert Steuergeldverschwendung durch NABU

Berlin, 12.01.2026. Die AG Rohholz (AGR) kritisiert den geplanten öffentlich geförderten Kauf von rund 1.000 Hektar Wald im Südharz durch die NABU-Stiftung. Die Flächen sollen vollständig durch Mittel aus dem Projekt KlimaWildnis des Bundes erworben und anschließend aus der forstwirtschaftlichen Nutzung genommen werden. Dr. Carsten Merforth, AGR-Sprecher und Präsident des Hauptverbands der Deutschen Holzindustrie kritisiert:

„Dieser Vorgang zeigt den Totalschaden, den das Programm KlimaWildnis anrichtet. Der NABU verwendet hier das Geld der Steuerzahler, um Wälder aus Privatbesitz aufzukaufen und stillzulegen. Das schadet dem Klimaschutz und dem Anspruch der Gesellschaft nach Nutzung und Verwendung des klimafreundlichen nachhaltigen Rohstoffes Holz. Denn ist weniger Holz verfügbar, wird mehr auf klimaschädliche Rohstoffe wie Beton oder Stahl gesetzt. Zusätzlich gefährdet die Waldstilllegung die Anpassung des Lebensraumes Wald an den Klimawandel. Auch unsere Laubwälder müssen aktiv bewirtschaftet, gemischt und verjüngt werden, damit sie sich schnell an die zunehmende Trockenheit anpassen können.“

„Das Geschäft hat ein Geschmäckle“

Zusätzlich kritisiert die AGR den Erwerb der Waldflächen mit offenbar deutlich über dem Marktwert liegenden Preisen. Nach Medieninformationen soll der Preis für die rund 1.000 Hektar Wald bei etwa 30 Millionen Euro liegen und damit weit über dem üblichen Niveau für vergleichbare Forstflächen. Merforth kommentiert: „Das Geschäft hat ein gewisses Geschmäckle. Es ist gegenüber dem Steuerzahler nicht verantwortbar, öffentliche Mittel in dieser Größenordnung für den Kauf von Wald zu überhöhten Preisen einzusetzen. Hier wird staatlich gefördert in den Markt eingegriffen und werden andere, an einer Nutzung der Flächen interessierte Waldbesitzer durch diese mit Subventionen ermöglichten Preise benachteiligt. Das sendet ein verheerendes Signal für die Unternehmen, die auf aktive Waldbewirtschaftung angewiesen sind. Das Vorgehen sollte von den Behörden streng untersucht werden.“

Hintergrund:

Die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe hat angekündigt, rund 1.000 Hektar Waldflächen im Südharz zu erwerben. Nach eigenen Angaben sollen die Flächen nach dem Kauf aus der forstwirtschaftlichen Nutzung genommen und sich selbst überlassen werden. Der Erwerb wird nach Medienberichten maßgeblich durch Fördermittel des Bundes aus dem Programm KlimaWildnis als Teil des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz (ANK) finanziert. Das ANK wurde von der Bundesregierung aufgelegt, um Klimaschutzmaßnahmen im Bereich Land- und Forstwirtschaft zu finanzieren.

 

Die neue EUDR

Die neue EUDR

In den letzten Wochen und Monaten hat sich die EUDR deutlich verändert. Insbesondere für nachgelagerte Marktteilnehmer innerhalb der Wertschöpfungskette haben sich hierbei Erleichterungen ergeben:

Die ursprünglich von der Kommission vorgeschlagene „Übergangsfrist“ für große und mittlere Unternehmen wird gestrichen. Stattdessen gilt nun die Verlängerung der Übergangszeit für alle Betreiber bis zum 30. Dezember 2026 entschieden, mit einer zusätzlichen sechsmonatigen Übergangsfrist für Kleinst- und Kleinunternehmen (außer für Produkte aus dem Scope der EUTR).

Sorgfaltserklärungen müssen ausschließlich von den Marktteilnehmern abgegeben werden, die das Produkt erstmals in der EU in Verkehr bringen. Nur der erste nachgelagerte Marktteilnehmer in der Lieferkette ist noch für die Erfassung und Aufbewahrung der Referenznummer bzw. der ID-Nummer (siehe unten) der ursprünglichen Sorgfaltserklärung verantwortlich ist. Er muss diese nun nicht mehr weiter an nachgelagerte Marktteilnehmer weitergeben.

Kleinst- und Kleinunternehmen (Forstbetriebe) reichen als Produzenten eines relevanten Rohstoffs nur eine einmalige vereinfachte Erklärung ein und erhalten eine Identifikationsnummer, die für die Rückverfolgbarkeit ausreicht. Um den Verwaltungsaufwand weiter zu verringern, haben sich Rat und Parlament auch darauf geeinigt, bestimmte Druckerzeugnisse (wie Bücher, Zeitungen, gedruckte Bilder) aus dem Anwendungsbereich der Verordnung herauszunehmen, da mit diesen Artikeln nur ein begrenztes Entwaldungsrisiko verbunden sei.

Die Europäische Kommission wurde von Rat und Parlament beauftragt, eine Vereinfachungsprüfung durchzuführen und bis zum 30. April 2026 einen Bericht vorzulegen. In diesem Bericht sollen die Auswirkungen und der Verwaltungsaufwand der EUDR, insbesondere für kleinere Betreiber, bewertet und Möglichkeiten zur Behebung der festgestellten Probleme aufgezeigt werden, unter anderem durch Guidelines/FAQs und Verbesserungen des Informationssystems. Dem Bericht sollte gegebenenfalls ein Vorschlag für eine weitere Anpassung der Verordnung beigefügt werden.

Am 13.02.2026 wird ein weiteres EUDR-Webinar der Arbeitsgemeinschaft Rohholz stattfinden. Die Anmeldung dazu finden sie hier.